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Bereits letzten September erschien die selbstbetitelte Debüt-LP des britischen Minimal Synth-Duos - und man kann dieses Album getrost als eines der besten des Genres bezeichnen.

Die Arbeitsteilung ist klar - Ryan Ambridge macht die Musik und produziert, Alison Lewis hat Vocals und Gesang über.
Das Ergebnis ist die bestmögliche Fusion von Achtziger New Wave / New Romantic und Minimal Synth, und mit diesem Album setzen sich die beiden vom Rest des Genres eindeutig ab. Für mich persönlich sind Linea Aspera gemeinsam mit Lebanon Hanover die Quintessenz aus der überquellenden, diffusen Synth Wave-Masse. Und das ist auch kein Zufall, ähneln sich die beiden Bands auch in gewisser Hinsicht - obwohl Linea Aspera sicher noch geradliniger und tanzbarer sind als Lebanon Hanover, sich allerdings auch auf Elektronik beschränken.

Das Zusammenspiel von Musik, Text und Vocals ist hier reine Perfektion, Lewis' wunderschön traurig-melodischer Gesang fügt sich nahtlos in die grandiosen Sounds und das fantastische Arrangement von Ryan Ambridge ein und fasziniert von Anfang an.

Schon die ersten beiden Tracks, "Synapse" und das unwiderstehliche "Eviction", sind einfach unglaublich, präsentieren sich gleichsam leichtfüßig wie melancholisch, vor allem "Eviction" lässt mich nicht mehr los.

Aber auch anfangs weniger leichtgängige Stücke wie "Preservation" entfalten sich in schier fassungslos machender Schönheit, "Fer De Lance" als viertes Stück auf der ersten Seite ist nicht minder hinreißend.

Die B-Seite, ebenfalls vier Tracks lang, hält dann "Malarone" parat, das mich genau wie "Eviction" nicht mehr loslässt. Ich sehe keinen Grund, die beiden Lieder nicht 24 Stunden am Tag zu hören:

"Hinterland" ist dann wieder ein mehr New Wave-orientiertes Stück, dem man schon eher die direkten Einflüsse anhört, die Ryan Ambridge zweifelfrei mit Linea Aspera verarbeitet.

Mit "Lamanai" ändert sich dann die Atmosphäre - vibrierende, knarzende Analogsounds bilden die Ouvertüre zu einen etwas härteren Stück,  das auch vor kreischenden Filterspielereien nicht halt macht, und trotzdem immer den Rhythmus hält, sehr hübsch.

Mit dem wunderschönen "Reunion" geht das Album dann nach frustrierend kurzer Zeit zu Ende.

Fazit: Ein in jeder Hinsicht geniales Meisterwerk, sehr New Wave-lastig natürlich, aber doch ohne allzu stark ausgeprägter Achtziger-Nostalgie.

Trackliste

  1. Synapse
  2. Eviction
  3. Preservation
  4. Fer-De-Lance
  5. Malarone
  6. Hinterland
  7. Lamanai
  8. Reunion
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