Zur info für die, die es vergessen haben!
GOTHIC HISTORY - Teil 1
"Der Gothic-Fan spielt die Rolle des Blutsaugers mehr symbolisch", erklärt Mozart von Umbra Et Imago. Für den Sänger der bekannten Deutschen Gothic-Band ist Gothic die letzte Möglichkeit Gesellschaftliche Tabus zu brechen: "Gothic ist heute die einzige kulturpolitische Opposition. Es gibt ja keine 68er Bewegung mehr, keine Punker usw ... Jugendliche stehen der Politik völlig uninteressiert gegenüber und fressen alles rein, was man ihnen vorsetzt. Die ziehen sich schön an, gehen von Montag bis Freitag in die Arbeit, und werfen dann am Wochenende ihre Drogen ein. Dadurch, daß wir uns ausgrenzen, erschrecken wir die Leute! Als Gothic-Fan bist du dann wirklich soetwas wie ein Vampir, denn Überall laufen die Leute mit einem geistigen Pflock in der Hand herum und wollen dich mental abstechen!"
Der schwarze Look und das damit verbundene Lebensgefühl sind zu einer richtigen Jugendbewegung geworden. Ihren Ursprung haben die Gothics in den Ideen des franzäsischen Philosophen Jean Paul Sartre (1905-1980), einem Vertreter des sogenannten Existentialismus. Er und seine JÜnger zogen sich schwarz an und grÜndeten den sog. "pazifistischen (gewaltfreien) Widerstand gegen die Gesellschaft". Der Gothic-Rock bot nach dem Ende des Punks unangepassten Jugendlichen eine Heimat. Viele sehen seinen eigentlichen Geburtsort im legendären Londoner Club "The Batcave". Hier brachten Post-Punk-Bands wie z.B. Alien Sex Fiend ihre Horror-sthetik unters Partyvolk. Die erste kommerziell erfolgreiche Band dieser Sparte, Bauhaus, schufen 1979 mit ihrer Debuet-Single "Bela Lugosi's Dead" die erste Gothic-Hymne Überhaupt und hielten sich monatelang an der Spitze der Independent-Charts. Hatten Bauhaus noch einen sehr intellektuelle und musikalisch schwer zugÄnglichen Sound, gaben sich die Gothic-Urväter Joy Division schon etwas massentauglicher.
Die Band, benannt nach einem Roman der in einem Nazi-KZ spielt, landeten mit "Love Will Tear Us Apart" einen Hit, der bis heute auf keiner Gothic-Party fehlen darf. Eine der finstersten Vertreter der Bewegung sind Sisters Of Mercy. 1980 vom Oxford-Absolvent Andrew Eldritch gegründet, machte ihre Mischung aus treibenden Gitarrenparts und Eldritch düsteren Friedhofsgesang (Hits: "Tempel Of Love" und "More") zu Eckpfeilern der Gothic-Musik. Die "Queen Of Goth" wird Siouxies An The Banshees ehrfürchtig von ihren Fans genannt. Der Bandname (Moorhexen) war zugleich Programm: Düstere Nebelschwaden, Lärmorgien, Pentragramme und jede Menge kultische Symbole. Kurzzeitig spielte bei den Banshees auch jener Mann, der dafür sorgte, dass der Gruftie-Look die Teenagerzimmer der Welt eroberte: Robert Smith von den Cure. Anfangs als reine David-Bowie-Coverband geplant, wuchsen Cure binnen kürzester Zeit vom Insidertip zur Hitmaschine mit Evergreens wie "Boys Don't Cry", "Lullaby" oder "Why Cant I Be You". Zu einem tragischen Zwischenfall kam es auf einem Konzert 1986, als ein verwirrter Fan auf die Bühne kletterte und dort mit einem Messer Selbstmord beging. Die 18.000 Fans dachten an eine Showeinlage ...
Ende der 80er Jahre entdeckte dann auch der Metal vermehr seine schwarzen und melancholischen Seiten. Insbesondere Type-O-Negative-Frontriese Peter Steele wirkt mit seinen extra angespitzten Zähnen und den langen pechschwarzen Haaren wie ein fleischgewordener Blutsauger. Die endgültige Verschmelzung von Metal und Gothic gelang den Briten Paradise Lost mit dem 1991 veröffentlichten Album "Gothic". Seit damals ist Gothic-Metal auf Erfolgskurs, was wiederum von Die-Hard Fans der Gothic-Szene aufschreckt. Für sie hat sich der wahre Gothic aus elektonischen Musikstilen (z.B. Kraftwerk) entwickelt.