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avatar 27.05.04 15:21
... den folg. artikel? also ich find den arg!!! .... wenn ich auch zugeben muss, dass ich einige male los prusten musste...

Grenzwellen-Motzer Ecki Stieg schrieb:

Frauen können nix

Wir alle wissen es. Musik ist letztendlich nur Musik - und alle hilflosen Etiketten dienen nur einem Zweck:
Die Käuferschicht noch mehr zu segmentieren, vermeintliches Profil zu gewinnen und den sogenannten Markt noch unübersichtlicher zu machen, als er ohnehin schon ist, ohne auch nur ein Quäntchen Innovation oder genreübergreifende
Maßnahmen zuzulassen.

So gesehen sind Einteilungen in "EBM", "Tekkno", "Industrial", "Crossover" - und besonders verblödet - "Future Pop" - nicht nur nichtssagend, sondern schlichtweg sinnentleert und damit irreführend, weil diese Begriffe zwischen Flensburg und München, Cottbus und Northeim, völlig unterschiedlich definiert werden.

Doch es gibt Ausnahmen. Mit "Weiberelectro" hat es ein gewisser Niels ,23' Fisch-Ranicki eine Genre geschaffen, das endlich einmal Sinn macht. In früheren Zeiten ein Synonym für den guten alten Vibrator, hat dieses Etikett mittlerweile alle Tanzflächen erobert, ist Stigma und Warnung zugleich! Ebenso wie bei der "Electronic Body Music" geschah dies praktisch posthum, doch im Gegensatz zu der rasch zum hohlen Schlagwort verkommenen "elektrisierenden Körpermusik" ist "Weiberelectro" für Freund und Feind weitaus nützlicher; richtig verstanden und korrekt absorbiert sogar schadensbegrenzender als Schilys zweite Anti-Terror-Gesetzesnovelle - und geht von vier hehren, ewig gültigen Grundsätzen aus:

1) Frauen können nix!
2) Frauen lassen sich gerne manipulieren!
3) Frauen habe keine Ahnung von Musik
(die zwingende Konklusion aus Punkt 1 und 2)
4) Es gibt und wird immer genug labile Homo Sapiens (Männer) geben, die genau diese durch ein verficktes "X"- Chromosom bedingte Behinderung erkannt haben, daraus schamlos Kapital schlagen und - noch weitaus verwerflicher! - sich auf das Niveau ihrer Klientel herablassen!

Das große Problem beim "Weiberelectro" ist die Tatsache, dass jede Frau (und auch wirklich jede!) diese Musik "irgendwie ganz gut findet".
Eine Tatsache, die dieses Genre von vornherein disqualifiziert, aber gehen wir behutsam vor und seien wir als gestandene Mannsbilder bitte nur ein einziges Mal ehrlich: Wie groß ist der Sprung von Bon Jovi zu Marilyn Manson? Wie weit ist der stilistische Weg von Helge Schneider oder Pur zu Lacrimosa? Auch wenn ich Hartmut Engler und Jon Bon Jovi damit Unrecht
tue - der Grad ist schmal!

Was also tun, wenn man als gestandener Gothic oder "Waver" mal wieder eine Normalo-Schnitte abgeschleppt hat und diese im Kreis seiner Kumpel szenegerecht präsentieren will? Das passende Outfit ist erfahrungsgemäß nicht das Problem, solange Du es finanzierst - aber wie verhindern wir es, dass sie sich beim DJ "Win The Race" von Modern Talking wünscht?

Aus dieser vertrackten Situation heraus werden schon im frühen Stadium die gravierendsten, im späteren Liebesleben sich als irreparabel herausstellenden Fehler begangen: Anstatt dem Gör gleich das harte Leben und die volle Breitseite in Form der teilweise vorhandenen, wertigen Throbbing Gristle- Clock DVA- oder Skinny Puppy-Sammlung zu geben, versucht man die holde Maid einzulullen, nicht zuletzt um die Aussicht auf einen gelungenen Abend mit finalem GV nicht zu gefährden:
"Eh du, Schatz, kennst Du eigentlich schon diese Band....
VNV Nation...? Die könnten Dir gefallen!"

Noch während man diese Worte spricht, ist die Lippe blutig gebissen und man weiß, man wird diese leichtfertig dahingefaselte Frage bis zum Ende seiner Tage bitter bereuen. Und während man sich fragt, was eigentlich peinlich daran sein soll, Pur und Modern Talking heimlich zu hören, während Ronan Harris von der gesamten Szene gebbenedeit wird, hat das verzogene Blag schon zum 5. Mal "Genesis" auf Repeat geschaltet
und schmilzt dahin.

Doch damit nicht genug: Beim Durchforsten Deiner Zillo- und Orkus-Jahrgänge wird sie obendrein feststellen, dass dicke Engländer in Taucheranzügen "irgendwie ganz süß" sind und VNV Nation "echt ne coole Message haben".
Spätestens jetzt weißt Du, dass Du einen Kardinalfehler begangen hast. Doch tröste Dich - früher oder später wäre sie dem Müll ohnehin auf den Leim gegangen. Während im zweiten Weltkrieg der Russe eine ganze Armee brauchte, um unsere Frauen zu greifen und ohne großes Gezauder flachzulegen, reicht heutzutage die britische Pseudo-Taucher-Division sowie der
gemeine norwegische Waldschrat Grotesk mit seinen Apotheken Berzerkern, um ganze Tonträger, Landstriche, Libido und Kultur auf Jahre zu verwüsten und zu annektieren.

Der Russe ist nach getaner Arbeit irgendwann freiwillig gegangen - doch darauf zu hoffen, dass der Froschmann und der Holzfäller das Feld kampflos räumen, ist ebenso sinnlos wie der fromme Wunsch, Osama Bin Laden möge zum Christentum konvertiert.
Natürlich gehen sie sehr geschickt vor: Nachdem Grotesk und Harris ihre besten drei Ideen bereits auf den Debüts verbraten haben,haben sie sich dennoch einen Namen machen und zwei ultrakompatible Schablonen anfertigen können, die sich nahezu über jedes Stück stülpen lassen. Und so ziehen Harris und Grotesk plündernd und brandschanzend durch die Republik und remixen alles, was nicht niet- und nagelfest ist; stets nach dem gleichen Prinzip:
Einlullende Fläche, Schleife mit 135 bpm, Break, Schleife mit 136 bpm (Steigerung!), ausfasernde Fläche, Ende und fertig.

Kaum eine Band, die davon verschont blieb - und die erste Compilation , die ohne VNV Nation-Stück oder Remix auskommt, erhält von mir jetzt schon 10 Punkte. Versprochen! Doch damit nicht genug: Selbst der verpickeltste Vorstadt-Elektroniker, der seine muffige Gruft in Hamburg-Harburg noch nie verlassen und Frauen nur als Wichsvorlage kennt, kann sich nun sicher sein, mit dem abgekupferten Rezept die Hasen hoppeln zu lassen. Virtueller Sex der anderen Art. Wie traurig...

Für den gemeinen DJ ist das natürlich eine extreme Arbeitserleichterung. Er kommt fortan mit ca. 3 CDs aus. Natürlich hat er dennoch die passenden Alternativen in petto, falls die Sülze doch mal schal werden sollte. Er weiß: Frauen stehen natürlich auf Tiefe und pure Romantik, so wie sie z.B. In Strict Confidence in Zeilen wie "Ich bau Dir ein Zauberschloss, so wie im Märchenland" auf den Punkt bringen.
Und Frauen lachen auch gerne. Da für das Gros der weiblichen Welt eine Koryphäe wie Fips Asmussen den männlichen Intellekt und Humor schlechthin symbolisiert, können sie sich auch beim 354604. Abspielen von "Pimmelmann" vor Gegackere kaum noch halten...!

Es ist klar, "Weiberelectro" ist eine grassierende Pest. Interessanterweise wehren sich vor allen Dingen die Frauen selbst gegen diese völlig legitime Stigmatisierung und versuchen den Ausbruch, der aufgrund ihres Geschlechts und der stumpf gewählten Mittel von vornherein zum Scheitern verurteilt ist: Die "Härteren" unter ihnen entdecken den "Industrial" für sich. Dieses Genre definieren sie schon seit Jahren mit Die Form, Kiew - und zur Not auch mit Marilyn Manson oder "Lass Mich" von Deine Lakaien - und treiben somit alle Fans dieses einst ehrwürdigen Genres gnadenlos aus den Tanzsälen....!

Spätestens jetzt steht der debile Gruftilover traurig, einsam und verlassen am Rand der Tanzfläche und sinniert, warum er der doofen Schlampe eigentlich je Dieter Bohlen madig gemacht hat....!

© Ecki Stieg
27.05.04 15:34
....genial, einmalig, super!!!!!!!!

*****tränenlach******

Ich mein, mir gefällt weiberelektro ja auch, aber das ändert nix daran, dass der beitrag absolut zutreffend ist, abgesehen davon ist das ganze echt super geschrieben!
....der beste Musik-Kommentar, den ich seit langem gelesen hab....
*g*
27.05.04 15:39
etzel schrieb:
>
> ....genial, einmalig, super!!!!!!!!

ich find's einfach nur langweilig.
ganz nach dem motto "wo ecki stieg draufsteht ist auch ecki stieg drin"
Anonymer Benutzer
27.05.04 15:44
Wirklich witzig finde ich den Kommentar vor allem beim Gedanken an die Disco-Abende, bei denen Ecki Stieg auflegt: Er hält sich nämlich an seinen Rat und nimmt wirklich nur 3 CDs mit, auf denen nichts ausser Weiberelektro drauf ist.

Der gute Mann ist der beschissenste DJ den ich je erlebt habe :-)
avatar 27.05.04 15:47

> ganz nach dem motto "wo ecki stieg draufsteht ist auch ecki
> stieg drin"

... nämlich pure provokation! so was aber auch!
avatar 27.05.04 15:51
frauen die sich von so etwas provozieren lassen sind meiner meinung nach selbst schuld. ;o)
avatar 27.05.04 15:53
was glaubst, warum ich beim lesen lachen musste?
Anonymer Benutzer
27.05.04 16:00
Ich finde den Artikel gut, und in jeder Sage steckt auch ein Fünkchen Wahrheit, wie auch hier..
avatar 27.05.04 16:07
wahrheit ist genauso ein interpretationsreicher begriff wie z.b. gut oder schlecht ;-)
Anonymer Benutzer
27.05.04 16:11
wahrheit ist genauso ein interpretationsreicher begriff wie z.b. gut oder schlecht ;-)

Ich wür den Artikel als aufschlussreich interpretieren und wie in jeder Sage, kann man wenn man will auch einen Funken Wahrheit herauslesen.

bitteschön ;)
27.05.04 16:12
nonina schrieb:
>
> wahrheit ist genauso ein interpretationsreicher begriff
> wie z.b. gut oder schlecht ;-)

blödsinn, wahrheit ist was ich sage!!!!
27.05.04 16:13
> Wirklich witzig finde ich den Kommentar vor allem beim
> Gedanken an die Disco-Abende, bei denen Ecki Stieg auflegt:
> Er hält sich nämlich an seinen Rat und nimmt wirklich nur 3
> CDs mit, auf denen nichts ausser Weiberelektro drauf ist.
>
> Der gute Mann ist der beschissenste DJ den ich je erlebt habe
> :-)

aber definitiv ein guter schreiber *g*
avatar 27.05.04 16:21
... Definition v. WE

Diese halbharte Spielart von 90er-EBM spricht vornehmlich die Träger weiblicher Chromosomensätze an.

Nach einer Analyse neigt die moderne Frau eher zum Goten, während ihr maskuliner Gegenpart sich in Elektronik eingräbt - vermutlich in einem Akt Spät-Stahlarbeiterlicher Verzweiflung.

Die Natur sieht hierdurch den Fortbestand der Gattung Mensch gefährdet und bedient sich eines Tricks, um die potentiellen Paarungspartner dennoch zusammenzubringen: Sie ersinnt WeiberElectro. (Anm. nonina: LOL!!!!)

Hierdurch findet das Weibchen Zugang zu elektronischer Musik und wird an die Treffpunkte und Balzplätze der Männchen gelockt. Die Natur setzt bei diesem Trick bewußt den Hebel bei der Frau an, da das Männchen den Trick entweder durchschaut, oder zu BLÖDE ist, um überhaupt zu begreifen, daß hier etwas vor sich geht, von dem es nichts merken soll. (Anm. nonina: ;-P)

Einige Exemplare der Spezies Mann fühlen sich unerklärlicherweise ebenfalls von WeiberElectro angezogen. Ein neuerlicher Beweis dafür, daß einige Frauen selbst heute noch versehentlich in die Körper von Männern geboren werden. (Anm. nonina: speziell für dich, etzel *g*)
27.05.04 16:30
> Einige Exemplare der Spezies Mann fühlen sich
> unerklärlicherweise ebenfalls von WeiberElectro angezogen.
> Ein neuerlicher Beweis dafür, daß einige Frauen selbst heute
> noch versehentlich in die Körper von Männern geboren werden.
> (Anm. nonina: speziell für dich, etzel *g*)

also bidde ich steh eigentlich schon mehr auf industrie als auf electro, und das bissi rest-faible für WE bestägt nur, dass ich auch mit meiner femininen seite kein problem hab ;-)))
avatar 27.05.04 16:32
etzel schrieb:
> also bidde ich steh eigentlich schon mehr auf industrie als
> auf electro, und das bissi rest-faible für WE bestägt nur,
> dass ich auch mit meiner femininen seite kein problem hab
> ;-)))

mei.... das is fein!
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