Nichtsdestotrotz finde ich es äußerst fragwürdig, dass anstatt des Totengedenkens nun ein "Fest der Freude" begangen wurde. Natürlich ist es erfreulich, dass der Schreckensherrschaft ein Ende bereitet wurde, aber man soll doch nicht so tun als wäre für Österreich nach der Kapitulation der Wehrmacht eine Zeit der Glückseligkeit angebrochen! Ich brauche nur an die Erzählungen aus meiner Verwandtschaft zu denken - die einen lebten in Angst und Schrecken unter den Russen und mussten ständig fürchten, misshandelt oder vergewaltigt zu werden, die anderen wurden aus ihrer böhmischen Heimat vertrieben und all ihrer Besitztümer beraubt! In Anbetracht dessen wurde wohl eher der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben, wie man so schön sagt.
Dieser Tag sollte nichts anderes als ein Tag des
stillen Gedenkens und der Vergebung sein. Und zwar sollte nicht nur der Juden und anderer verfolgter Minderheiten gedacht werden, sondern auch der bedauernswerten jungen Männer, die mitunter nichts mit der kranken Ideologie des NS am Hut hatten, sondern einfach keine andere Wahl hatten als an der Front als Kanonenfutter zerfetzt zu werden. Eine Bekannte von mir ist immer noch voller Kummer über den Verlust ihres Bruders...
Dass man der Hauptverantwortlichen des Krieges, der maßgeblich an der Kriegsführung Beteiligten nicht in dieser Weise gedenken soll, versteht sich ja wohl von selbst. Aber aller anderen, die gezwungenermaßen in den Krieg ziehen mussten, sehr wohl! Unglücklicherweise herrscht aber nach wie vor ein reines Schwarz-Weiß-Denken, und so wird jeder, der während des Krieges auf Seiten der Wehrmacht gekämpft hat, als böser Nazi dargestellt - und genau das regt mich so auf. :(
Wie auch immer - jedenfalls sollte Herr Klug sich nun auf seine prioritäre Aufgabe konzentrieren: Das Bundesheer so zu reformieren, dass die jungen Männer nicht Kaffeekochen als Hauptbeschäftigung haben, sondern dass sie auf die Verteidigung unseres Landes vorbereitet werden, so diese einmal nötig sein sollte. Denn wir können niemals davon ausgehen, dass Frieden ewig währt - leider.