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avatar 28.05.09 23:56
also, ich hab da mal eine - wie es mir scheint - seltsame frage.

hier die geschichte dazu:

meine kollegin, 31 jahre, hat ein kind, weiblich, 4 jahre. sie, gebürtige burgenländerin, ist mit einem franzosen verheiratet, sie ist eigentlich recht "normal", also sie hört keine "dunkle" musik, ist dem gothic und der gesamten szene zwar nicht ganz abgeneigt, jedoch interessiert sie sich nicht wirklich dafür, genauso wenig ihr mann. beide wohnen in wien, 10. bezirk, wienerberg. er, wie gesagt ein franzose, ist 37, spricht zwar recht gut deutsch aber bevorzugt die französische sprache. das kind wächst 2-sprachig bzw. eigentlich sogar 3-sprachig auf (deutsch, französisch, englisch). seit geraumer zeit erzählt mir meine kollegin, dass das kind seltsame verhaltensweisen hat, z.b. hasst sie blumen, sie möchte nur schwarze kleidung tragen, sie hat eine puppe, welche immer ein kleid mit blumen tragen muss und dann wird sie von ihr ausgelacht, eingesperrt, getreten, ins wc gehalten und die spülung gedrückt (mit kopf voraus)... außerdem sagt sie immer, dass sie schon "zu den großen gehören möchte"... zu weihnachten hat sie die angewohnheit, alle engel, die sie sieht, z.b. auf teller, in form von porzellanstatuen, etc. zu zerstören... wenn eine freundin zu meiner kollegin kommt, will die kleine mit allen mitteln demonstrieren, was sie ihrer puppe nicht alles antun kann, in grausamster art und weise... meine kollegin ist ziemlich am ende ihrer weisheit angelangt. sie glaubt, dass ihre tochter im wahrsten sinne des wortes "zur schattenseite" übergetreten ist... quasi "besessen"... weil sie weiß, dass ich mich mit dem thema bzw. mit der gesamten lebenseinstellung "gothic" identifiziere, hat sie mich gefragt, ob ihre tochter bereits jetzt weiß, welche lebenseinstellung sie mal haben wird.

ich habe ihr gesagt, dass ihr kind vielleicht nur eine entwicklungsphase durchmacht und dass jede form von gewalt an puppen, gegenständen, etc. natürlich nicht normal ist, aber keine seltenheit. keine ahnung, ich kenn mich mit kindern nicht aus, hab selbst keines (und werde höchstwahrscheinlich auch niemals eins haben). ich bin keine psychologin. meine kollegin war mit ihr auch schon bei einer therapie bzw. bei einer bzw. schon zwei ärzten, doch die sagen beide, dass das kind "völlig normal" sei. sie gehen mit ihr auch völlig normal um, sie bekommt spielsachen, kann sich auf spielplätzen austoben, etc...

die kleine besucht momentan auch keinen kindergarten, weil sie sehr häufig krank war und ihr erst vor kurzem die mandeln herausgenommen wurden (in diesem alter angeblich sehr gefährlich?). sie hatte in 3 monaten insgesamt 6x schlimme angina und fieberkrämpfe, war auch sehr häufig im krankenhaus.

meine kollegin hat mir außerdem erzählt, dass ihre tochter eigentlich noch eine (zwillings)schwester haben sollte, doch diese sei bei der geburt gestorben. und dann - und jetzt kommt das ärgste - erzählt sie mir, dass ihre tochter ab und zu mit jemandem spricht, der gar nicht da ist. sie fragt ihre tochter natürlich auch, mit wem sie da redet, doch die sagt nur "mama, du siehst sie doch auch" oder sätze wie "das ist meine freundin, sie spielt mit mir"...

das ist keine blöde szene aus irgend einem b-horrorfilm, das erzählt mir meine kollegin WIRKLICH. ich kenne die kleine auch persönlich, doch wenn ich mit ihr sprechen möchte, gibt sie sich auf schüchtern und verschlossen... ich würde meiner kollegin echt gerne sagen, was dahintersteckt, doch ich habe ehrlich keine ahnung... im grunde genommen verspüre ich angst, wenn ich die kleine ansehe.

kann ein kind die verstorbene zwillingsschwester auf irgendeine art vielleicht spüren??? oder gar sehen??? das ganze gibt mir zu denken.

würde wirlich gerne eure meinungen dazu hören...

danke euch schonmal!
avatar 29.05.09 02:00
Also wenn ich mir einzelne Sachen rauspicke und sie jeweils für sich allein ansehe, kommt es mir nicht zwangsweise komisch vor bzw. lässt es sich dann vermutlich irgendwo als "Entwicklungsphase" o.ä. einordnen.
Aber alles in allem hat es schon etwas, das ich mir näher anschauen (lassen) würde. Umso mehr wundert es mich dann doch, dass die Psychologen/Therapeuten dies als "völlig normal" eingestuft haben. ... zumindest wenn sie es ihnen genauso erzählt hat, wie du es uns hier geschildert hast. Vor allem würde mich dann auch deren Diagnose interessieren....

Zitat

...dass das kind seltsame verhaltensweisen hat, z.b. hasst sie blumen, sie möchte nur schwarze kleidung tragen, sie hat eine puppe, welche immer ein kleid mit blumen tragen muss und dann wird sie von ihr ausgelacht, eingesperrt, getreten, ins wc gehalten und die spülung gedrückt (mit kopf voraus)... außerdem sagt sie immer, dass sie schon "zu den großen gehören möchte"... zu weihnachten hat sie die angewohnheit, alle engel, die sie sieht, z.b. auf teller, in form von porzellanstatuen, etc. zu zerstören... wenn eine freundin zu meiner kollegin kommt, will die kleine mit allen mitteln demonstrieren, was sie ihrer puppe nicht alles antun kann, in grausamster art und weise... meine kollegin ist ziemlich am ende ihrer weisheit angelangt. sie glaubt, dass ihre tochter im wahrsten sinne des wortes "zur schattenseite" übergetreten ist... quasi "besessen"... weil sie weiß, dass ich mich mit dem thema bzw. mit der gesamten lebenseinstellung "gothic" identifiziere, hat sie mich gefragt, ob ihre tochter bereits jetzt weiß, welche lebenseinstellung sie mal haben wird.

Dass ein Kind von sich aus darauf besteht schwarz zu tragen, erscheint mir als Laie doch eher untypisch und kommt mir auch seltsam vor. Wenn sich zusätzlich auch noch eine Zerstörungswut - und zwar ausgerechnet auf eine "Blumenkleidpuppe" und "Engelsfiguren" - bemerkbar macht, dann klingt das in der Tat ein bisschen merkwürdig. Da kommen dann wirklich schnell mal Assoziationen zu diversen Filmen auf...;)

Zitat

kann ein kind die verstorbene zwillingsschwester auf irgendeine art vielleicht spüren??? oder gar sehen??? das ganze gibt mir zu denken.

Wenn wir es von einer sprituellen Ebene aus betrachten wollen: kann ich mir durchaus vorstellen. Babys und (Klein-)kinder sind bis zu einem gewissen Alter noch relativ "offen" und sensibel in Bezug auf "feinstoffliche" Wahrnehmungen.
Es kommt also nicht allzu selten vor, dass Kinder angeben etwas zu sehen, zu spüren oder wahrzunehmen, was wir nicht (mehr) sehen können. Für Kinder ist das oft ganz normal und alltäglich. (genauso wie man es im Übrigen auch Katzen und anderen Tieren nachsagt).

Dies wird aber von den Erwachsenen zumeist gerne als Unsinn und Einbildung abgetan (zumindest in unseren Graden), wodurch es dem Kind relativ schnell auch wieder ausgeredet wird. Dies resultiert letztendlich in einem Verschließung bzw. einem "Verlernen" dieser "Fähigkeit".

Das heißt aber noch nicht automatisch, dass sog. "imaginäre Freunde" (und Co) auch wirklich "wahr" sein müssen. Kann also auch durchaus diverse andere (psychologische) Gründe haben, die man imo auch auf jeden Fall abchecken und hinterfragen (lassen) sollte. Wobei natürlich die Tatsache, dass sie bei der Geburt eine Zwillingsschwester verloren hat, meinen Hang zur "spirituellen Erklärung" schon wieder ein wenig verstärkt...;)

Aber im Prinzip kann man eh nicht viel sagen. Man müsste die (Familien-) Situation und das ganze Rundherum genau kennen.
Ich persönlich würde ansonsten versuchen mich mit dem Kind (über längere Zeit) zu beschäftigen und unterhalten. Aber kein "belehrendes" Reden im Sinne von "Hör auf, "tu das nicht", "das ist alles Blödsinn", etc... sondern eher zu hinterfragen was sie genau sieht, wieso sie das macht oder meint zu machen, wieso ihr das gefällt, was sie dabei fühlt, empfindet, glaubt etc...
avatar 30.05.09 10:12
Ich vermute, dass die Kleine sehr traurig, traumatisiert und verzweifelt ist durch den Tod der Zwillingsschwester, sich vielleicht im Unterbewusstsein die Schuld für den Tod des Zwillingsgeschwisterchens gibt und all diese Gefühle durch den Umgang mit dieser Puppe etc. symbolisch zum Ausdruck bringt, aber wie auch schon von noe erwähnt wäre es ratsam (begleitend natürlich zu einer psychologischen Therapie des Kindes, der Eltern?), wenn sich die Eltern intensiv und einfühlsam mit der Kleinen auseinandersetzen und die Gefühlswelt und Gedanken versuchen zu hinterfragen. Zum Thema „Zwillingsverlust“ bzw. „traumatisierte Kinder“ sind auch diverse psychologische Fachbücher zu finden, am besten bei PsychologInnen nachfragen.
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