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_noe_
Ok - wenn ich das jetzt etwas einfacher und kürzer zusammenfassen darf: Es ging darum (nebst deinem "selbstexperiment"), ein überzeichnetes Spiegelbild für alle Panda Träger zu schaffen, mit der grundlegenden Motivation, deren Reaktionen zu testen und / bzw. sie ein wenig zum Nachdenken anzuregen. Also durchaus auch als Provokation zu verstehen.
ganz genau. ich habe nicht eine einzige negative reaktion eingefahren ala "wüst mi verarschen". man kann sich selbst mal die frage stellen, ob man in so einem fall ablehnen würde oder nicht.
noch eine these: provokation funktioniert nicht, weil jene, bei denen es funktionieren würde, sich eben nicht panda-ähnlich verkleiden.
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Und insofern ist die Intention ja gar nicht so abweichend von derer, wieso dieses "Einstiegs Quizz" geschaffen wurde. Und genauso wie eure Aktion womöglich "falsch" oder nicht verstanden wurde, tritt das hier scheinbar auch auf. Damit kann ich aber durchaus leben, bzw. bin ich ja bestrebt, die Motivation dahinter zu erklären. Und wie du weiter unten (richtig) bemerkt hast: so ist es, es geht nicht um irgendwelche exakten Bandnamen, Jahreszahlen etc.
Wobei ich gerade gesehen habe, dass ich das dann doch wieder falsch verstanden habe, von wegen "auch Panda Gesichter sind nicht so wichtig".... naja ;) da bin ich dann wiederum anderer Auffassung.
Also dass das äußere Erscheinungsbild nicht zwangsläufig auch auf innerliche (menschliche) Werte umgelegt werden sollte und insofern nicht so wichtig ist, ist klar. Aber das steht hier ja jetzt nicht direkt zur Debatte, denke ich.
ich denke in der tat, dass ich da mehr tolerieren möchte. vielleicht kann man es darauf runterbrechen: mir gehts immer um die funktion dabei. also wenn jemand sich verkleidet, dann zählt für mich das warum, und alles, was eine gewisse reflexionskraft und eigenständigkeit (auch im kreativen!) erahnen lässt, das lasse ich leichter gelten als z.b. den oder die, der/die alle musikdaten auswendig weiß und oberflächlich volle kanne ahnung hat, aber wo wenig klar wird, was da außer direkten kopien an eigenständiger positionierung vorhanden sein soll.
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Die Frage für mich ist eher, ab wann ein gewisses Styling oder Äußeres eine gewisse persönliche/menschliche Authentizität übersteigt und wo die Motivation dahinter liegt, dies auch außerhalb der Faschingszeit (und hier scheinbar mit einem gewissen Ernst - so hat es zumindest den Anschein) zu praktizieren. (Und wenn doch nicht mit einem gewissen Ernst, dann wiederum die Frage, für was?).
authentizität ist hier ein gutes stichwort. ich werfe auch mal die frage in den raum, warum ab einem bestimmten punkt - der wäre nämlich interessant! - (äußeres) styling (innere) authentizität übersteigen.
ich denke, dass gerade wenn jemand authentisch aufgrund dieser inszenierung werden möchte, es leicht ins lächerliche kippt.
wenn es nicht mit einem gewissen ernst geschieht, sehe ich jetzt mal die lust an der selbstentfremdung dabei, in welcher form auch immer, als mögliche funktion.
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Du meinst damit, dass selbst die Panda Träger, eigentlich nur ein übertriebenes Spiegelbild wiederum anderer darstellen wollten?
Also wenn ich das jetzt so richtig aufgefasst habe: das bezweifle ich jetzt schon ein wenig. Ich glaube da durchaus andere Beweggründe zu sehen....;)
Das ist ein cooler theoretischer Ansatz, denke ich aber eigentlich nicht. hab mich dabei nur darauf bezogen, dass sich die wenigsten dabei so authentisch ernst nehmen. (d.h. nicht immer, dass sie ihre authentizität nicht ernst nehmen, die scheint sich nur anders zu konstituieren. ist aber jetzt nur ne these).
Ich denke, dass das Faschingssyndrom wirklich oft auch aus einer Abgrenzung innerhalb der Abgrenzung entsteht, wo man sich halt selbst mehr erlauben muss. Insofern würden dann doch - unbewusst! - deine Pandas ein übertriebenes Spiegelbild anderer Pandas darstellen. Ich denke, dass das durchaus als unbewusste Reaktion so sein könnte. Nur halt nicht als Persiflage, sondern als Addition.
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Anyways: Ich theoretisiere ein bisschen, dass man nach Beschäftigung mit der Materie, Geschichte, Entstehung usw. usf., vielleicht nicht unbedingt dazu neigen wird, sich "pandatechnisch" zu stylen oder derart verkleidet zu geben.
Vielleicht, vielleicht aber auch nicht, weil man sich ja aus der Jetztzeit heraus identifiziert und da eben auch die Konstrukte der Vergangenheit brüchig werden, neue "Sinn"angebote auf den Plan treten. Wir haben da das Problem, dass irgendwie das Alte ins Neue nicht mehr überspielt.
Pandatechnisch ist ja soviel mehr. Die Verkleidungsbereitschaft von Techno- und Cybergoths fällt für mich ja auch da rein. (ich hätte auch genausogut als neonbeleuchteter Christbaum gehen können).
Die Geschmacksfrage ist sowieso heikel: denn während die einen Transformerboots lächerlich finden, ist es für andere ein ästhetisches Nonplusultra.
Ich denke, dass viele eben auch gerne und mehr oder weniger bewusst mit diesen Identitäten spielen. Andere aber den Akt der Verkleidung als solche gar nicht wahrnehmen, sondern ihn zu Authentizitätszwecken missbrauchen. Eine Verkleidung ist für mich immer eigentlich das Gegenteil davon.
Zusammengefasst denke ich, dass Verkleidung per se nichts schlechtes sein muss. Wie ernst nehme ich mich aber dabei, und welche Inhalte transportiere ich damit - darum sollte es dann halt gehen. Und um die Frage, welche Haltung da eine Subkultur idealerweise einnehmen sollte.
Wo ist jetzt der Unterschied zwischen einer Verkleidung als schwarze, kunstvolle Fee mit Flügeln und einem Panda? :)
Ich finde beide als Kunstprodukt legitim. Die Fee, die sich so mysthisch und übersinnlich vorkommt finde ich aber manchmal genauso schlimm wie den Panda, der sich böse vorkommt. Oder auch wie jene, die ihre Identität über Coolness in Übereinstimmung mit einer Subkultur definieren.