Stimme der Londoner U-Bahn nach Kritik entlassen
Montag, 26. November, 16:59 Uhr London (AFP)
Die Stimme der Londoner U-Bahn, Emma Clarke, ist nach kritischen Äußerungen über ihren Auftraggeber und Witzen über Passagiere entlassen worden. Acht Jahre lang hatte Clarke ihre Stimme Durchsagen wie "Mind the Gap" (etwa: Beachten Sie die Lücke zwischen Bahnsteig und Zug) geliehen - nun kündigte die Betreibergesellschaft London Underground die Zusammenarbeit mit der 36-Jährigen auf, wie das Unternehmen mitteilte. Die als freie Synchronsprecherin tätige Clarke hatte auf ihrer eigenen Website Parodien auf U-Bahn-Durchsagen veröffentlicht, in denen sie sich etwa über US-Touristen lustig machte. Außerdem sparte sie nicht mit Kritik an der "Tube".
"Wir möchten unsere amerikanischen Urlauberfreunde daran erinnern, dass sie fast immer zu laut reden", heißt es in einer der "Durchsagen". In einer anderen fordert sie einen Passagier auf, nicht so zu tun, als lese er Zeitung, während er in Wirklichkeit auf die Brüste der Frauen starre, denn er könne "niemanden zum Narren halten, Sie dreckiger Perverser". Clarke nannte zudem die Londoner U-Bahn "fürchterlich", deshalb wolle sie in Zukunft auch nicht mehr damit fahren.
Ein Sprecher von London Underground sagte, das Problem sei mehr Clarkes Kritik an ihrem Auftraggeber als ihre Witze. "Einige der Ulk-Durchsagen sind sehr witzig. Aber Emma ist ein bisschen dumm, wenn sie die Dienste ihres Auftraggebers niedermacht", sagte er laut der Zeitung "Evening Standard". Clarke sagte dem Blatt, sie bedaure die Entscheidung des Unternehmens. Sie habe niemanden runtermachen, sondern lediglich lustig sein wollen.