irgendwie hab ich schon mitleid mit dem köter ...
Der hässlichste Hund der Welt heißt Sam und wohnt in Kalifornien. An die entsetzten Blicke von Passanten hat sich die Besitzerin Susie Lockheed längst gewöhnt. Auch die Frage "Was ist denn das?" nimmt die 53-jährige Kosmetikerin beim Gassigehen mit Sam keinem übel. "Ist das ein Außerirdischer, ein Brandopfer oder ein Gürteltier, das seinen Panzer verloren hat?", fragten Neugierige schon nach. Man glaubt es dem Frauerl aufs Wort, wenn sie stolz erzählt, dass Sam drei Mal hintereinander den jährlichen Wettbewerb als "hässlichster Hund der Welt" gewonnen hat.
Der 14-jährige Rüde ist fast nackt, von einigen weiß-grauen Haarbüscheln auf dem zerknitterten Kopf abgesehen. Dafür ist seine faltige braune Haut von unzähligen Warzen, Leberflecken und Mitessern übersät. Wenn Sam seine runzelige Schnauze aufreißt, kommt ein Vampir-artiges Gebiss zum Vorschein. Dazu hat er Augen aus dem Gruselkabinett: Das eine ist milchig weiß getrübt, das andere blutrot angelaufen. Sam ist blind.
Am hässlichsten findet seine Besitzerin die Pfoten, die mit dicken Knoten und krummen Nägeln überwachsen sind. Nach einem Leistenbruch stülpt sich auch noch der Unterleib seltsam heraus. "Doch Sam ist einfach das Süßeste, was es gibt", versichert die Kosmetikerin, die kaum die Finger von ihm lassen kann.
Sam schläft unter ihrer Bettdecke. Sam erhält Massagen, Küsschen und Pflegebäder. "Seine Haut ist sehr weich", schwärmt Frauchen. Seit kurzem hat er sogar eine eigene Webseite (samugliestdog.typepad.com), die dem Ansturm von Sam-Fans aus aller Welt nicht immer gewachsen ist und unter der Last der Hits häufig zusammenbricht.
Auftritte in TV-Shows haben den Vierbeiner berühmt gemacht. Die wenigsten Leute würden Sam seine mangelnde Schönheit vorhalten, meint Lockheed. Die meisten würden ihr danken, dass sie den Vierbeiner vor einem Ende im Tierheim bewahrte. In Sam's Adern fließt das Blut eines "Chinesischen Schopfhundes", allerdings sei bei seiner Züchtung etwas "schief gegangen", räumt Lockheed ein.
"Er führt sich gerne als Sexprotz auf", davon ist Lockheed spätestens nach Sam's drittem Pokal-Gewinn hintereinander bei der traditionellen Sommer-Messe "Sonoma Marin Fair" überzeugt, wo seit 1989 Ehrenrichter über die Hässlichkeit von Hunden befinden. Seine Linie wird Sam allerdings nicht fortsetzen. Sie habe ihn kastrieren lassen und damit sicher einer Menge besorgter Hundebesitzer die Angst vor Sam's Zeugungsversuchen genommen, scherzt Lockheed.
Sam ist nicht nur blind, er hat auch Nierenprobleme und andere Altersgebrechen. Lockheed hofft, dass ihr geliebter Vierbeiner noch bis zu seinem 15. Geburtstag im kommenden April durchhält. Wenn ja, dann ist ihm ein weiterer Weltmeister-Titel so gut wie sicher. Im März ringen Hunde im südkalifornischen San Diego erneut um die zumindest bei Frauchen begehrte Hässlichkeits-Trophäe. (apa/red)