Der Meidlinger Friedhof wurde 1862 geweiht und mehrmals erweitert. Der Friedhof besteht – durch eine Straße getrennt – aus zwei Teilen.

Im „Alten Teil“ des Friedhofs befinden sich in der Nähe des Eingangsbereichs pompöse Gruften der Meidlinger Bürgerschaft aus der Jahrhundertwende. Der Weg hinter der Aufbahrungshalle führt zum ältesten Teil des Friedhofs. Hier ist eine Allee aus verfallenen klassizistischen Gräbern vorzufinden. Zwei baufällige Mausoleen berühmter Wiener Familien sind ebenfalls in diesem Teil des Friedhofes untergebracht.

Den „Neuen Teil“ des Friedhofs schmücken einige prachtvolle Jugendstilgrüfte mit extravaganten Grableuchten. Sonst befinden sich hier vorrangig Gräber des Kleinbürgertums.

Der Friedhof wird als „Friedhof des Böhmischen Wien“ bezeichnet. Es ist die Begräbnisstätte vieler lokaler Größen, u.a. des Dichters Carl Lorens, Autor vieler Wiener Lieder, unter diesen das allseits bekannte „Trink man no a Flascherl“. Des Weiteren liegen dort Sophie von Löwenthal, die Geliebte Nikolaus Lenaus, Emanuel Hermann, der Erfinder der Postkarte und zahlreiche ehemalige Meidlinger Industrielle, deren Namen sich an vielen Plätzen in Meidling wiederfinden. Der Meidlinger Friedhof beherbergt ebenfalls einen Teil der Opfer des Ringtheaterbrandes.

Im großen Urnenhain steht ein beeindruckendes Denkmal, welches das sozialdemokratische Wien zum Gedenken der Opfer des 12. Februar 1934 gesetzt hat.

Literatur
  • Bauer, Werner T., 1997: Wiener Friedhofsführer. 4.Auflage, Wien: Falter Verlag.
  • Pleyel, Peter, 1999: Friedhöfe in Wien Vom Mittelalter bis Heute. 1. Auflage, Wien: Pichler Verlag.