Die Wurzeln vom Club [pi] gehen bis in den Club Massiv im Jahr 2004 zurück. Am 19. Mai veranstalteten DJ Hohenstaufen und DJane Justine mit „Schwarzer Tanz“ ihr erstes schwarzes Fest in Wien. Mit dabei waren damals noch DJ Eisengrind und DJane Lilith. Das Event war gleichzeitig die „Online Release Party“ der Webseite „Schwarzes Wien“. Ein Magazin mit Interviews, persönlichen Artikeln und Anbindung an das damals populäre myspace.

Die weiteren Events trugen dann bereits den Namen „Schwarzflug“. Während die Musik anfangs noch ziemlich durchmischt war und das ganze Spektrum der schwarzen Szene abdeckte ging der Trend der monatlichen Veranstaltungsreihe mit der Zeit immer mehr in Richtung „Dark Techno“ und das damals gerade aufkeimende „Cybergoth“.

Am 17. März 2006 eröffneten Justine und Hohenstaufen schließlich den Club [pi] in der Zieglergasse 26 im 7. Wiener Bezirk. Der obere „Café“ Bereich hatte anfangs auch tagsüber geöffnet. Das Programm war zu dieser Zeit das techno-lastige „Schwarzflug“ am Samstag und ein Event mit den Klassikern „Wiener Blut“ am Freitag. Daneben wurden verschiedene After-Work Clubbings unter der Woche probiert. Die Webseite „Schwarzes Wien“ wurde immer seltener aktualisiert und verschwand schließlich im digitalen Nirvana.

Das geschmackvoll eingerichtete Interieur und das freundliche Personal wären ideale Voraussetzungen für einen erfolgreichen Betrieb gewesen wären da nicht von Anfang an die Klagen der Anrainer gewesen:

Nach massiven Beschwerden und Anzeigen wurde das [pi] schon bald wieder für Umbauarbeiten geschlossen. Die Schallisolierungen wurden mehrfach verstärkt, trotzdem war in Folge nur ein Clubbetrieb bei Zimmerlautstärke möglich. Die Soundanlage musste ohne Bass auskommen und auf der Tanzfläche übertönte das Klappern der Absätze die Musik. Die Idee von einer Venue für Konzerte war gestorben.

In den folgenden Jahren kam es immer wieder zu Lärmschutzmassnahmen und auch wenn sich der Sound deutlich verbesserte erreichte er nie die Qualität vergleichbarer Lokale. Dennoch hatte das [pi] durchaus seine Blütejahre. Thomas Rainer (Nachtmahr, L'Âme Immortelle) übernahm die Öffentlichkeitsarbeit des Clubs und brachte zahlreiche internationale Djs nach Wien. Immer wieder gab es Album Release Partys oder Aftershow Partys mit anwesenden Künstlern.

Während der Club von den älteren Semestern eher gemieden wurde, genoss er gerade bei den jüngeren zu dieser Zeit große Popularität. So war es auch nicht unüblich, dass sich Gäste der „Schwarzen Szene“ zugehörig fühlten, aber außer dem [pi] keine anderen Partys oder Lokale auch nur namentlich kannten. Was im [pi] als „Schwarz“ galt war immer mehr oder weniger persönliche Interpretationssache, egal ob DJ, Gast oder Türsteher. Auch der Begriff "Industrial" wurde auf Eventankündigungen zuweilen inflationär verwendete und bezog sich damit überwiegend auf Aggrotech.

Die meisten Veranstaltungsreihen hatten eine Lebensdauer von nur wenigen Monaten. Am beständigsten erwies sich neben  „Schwarzflug“ und dem Mittelalter-Event „Slainte!“ das „Premium Event“ „Porno.Industrie“, ein Fetisch Event mit Showacts und Dresscode.

Neben den Cybergoths die sich hier ohne ihres Outfits wegen belächelt zu werden frei entfalten konnten wurde die Venue auch bald ein Geheimtipp unter Freunden diverser Uniformen.
Bevor dieser Wildwuchs von den Betreibern eingeschränkt wurde schien es im Rahmen des „Uniform Fetisch“ wohl durchaus akzeptabel auch mit Reichsadler an der Brust und zweifelhafter Gesinnung aufzukreuzen. Der Trend verlagerte sich dann in Richtung „Kampfmontur“ was bedeutete, dass man den Eindruck hatte in einem Kriegsgebiet unterwegs zu sein und die Gäste nur durch mangelnde körperliche Fitness von echten Spezialeinheiten zu unterscheiden waren. Diese „Subkultur“ endete als es durch den Betreiber verboten wurde, Airsofts und generell Waffen in das Lokal mitzunehmen.

Nach wie man munkelte „künstlerischen Differenzen“ was die musikalische Ausrichtung des Clubs betraf verliessen Justine und Thomas Rainer das Club [pi] Team.

Als für die Akteure zweifellos unvergessliche Aktion konnten sich Gäste kostenlos ein Club [pi] Tattoo stechen lassen und erhielten damit obendrein lebenslang freien Eintritt in das [pi]. Der Andrang eines der begehrten Tattoos zu bekommen war so groß, dass die Ehre ausgelost wurde und viele Interessenten leer ausgingen.

Hohenstaufen holte sich einen neuen Teilhaber ins Boot und gemeinsam verkündete man in einer Art Manifest die weitere Zukunft des Clubs und änderte sogleich das Logo. Danach verließ Hohenstaufen Wien in Richtung Deutschland.

Von diesem Pamplet das in etwa lautete, dass „die Schwarze Szene engstirnig sei und [pi] für Vielfalt stehe“ fühlten sich auch die treusten Stammgäste vor den Kopf gestoßen und viele boykottierten das Lokal fortan mit ihren Cliquen.

Die musikalische Breitenöffnung sah so aus, dass „Dubstep“ von nun an musikalisch fast allgegenwärtig war. Das verbliebene Stammpublikum nahm diese Entwicklung mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis und bröckelte nach und nach ab. Immer schwieriger schien der Bezug zu schwarzer Musik in dem Lokal erkennbar. Nischenevents wie das „Nerd Alert“ für Videospieler und der Sprung auf den Boom der 90er Partys in Wien brachten nicht den erhofften Erfolg.

Das zuletzt einzig verbliebene schwarze Event „Club Memoiré“ wurde abgesetzt um es dann doch nochmal wiederzubeleben.

Am 1. April 2013 wurde von einer neuen Clubmanagerin ein „Save The Club“ Event für den 5. April angekündigt. Mit einer  „Charity Party“ und Spenden sollte der mit kolportierten 60.000 Euro in Schulden steckende Club vor der Schließung gerettet werden. Obwohl man sich laut Ankündigung auf die „Wurzeln“ besinnen wollte und das „schwarze Publikum“ zurückgewinnen versuchte war die Musik auch an diesem Abend wieder von Dubstep geprägt.

Am 4. Mai 2013 schließt das [pi] mit der „Pi Abschiedsfeier“ für nicht absehbare Zeit seine Pforten.